Gemeinschutz

Alle brauchen dasselbe zum Leben.

Wir teilen uns die Welt mit Milliarden anderen Lebewesen. Alle sind auf dieselben Dinge angewiesen, um ein gutes Leben leben zu können: sauberes Wasser, gesunde Nährstoffe, Schutz, Gemeinschaft, Verwirklichung. Menschen besitzen die herausragende Fähigkeit, diese Lebensgrundlagen gemeinschaftlich zu verwalten und gestalten.

Mit Abmachungen und Regeln können sie dafür sorgen, dass alle an einem Strick ziehen. Können Menschen aufeinander zählen, wachsen sie über sich hinaus. Sie bauen Häuser, in denen sie nie selbst wohnen werden, helfen Menschen, denen sie nie begegnen, und pflanzen Bäume, deren Früchte erst ihre Enkelkinder ernten werden. Weil so am Schluss mehr für alle herausschaut, ist das nicht nur solidarisch, sondern auch ökonomisch. Dass das auch glücklich macht, ist dann sozusagen extra.

Was werden sich Menschen wohl einst fragen, wenn sie zurückschauen?

Schon Kinder lernten in Bilderbüchern, dass Zusammenarbeiten wichtig ist. Die Wissenschaft hatte die ökonomischen, psychologischen und evolutionären Vorteile von Kooperation bis ins Detail beschrieben. Trittbrettfahren und egoistisches Verhalten waren im Freundeskreis, Sport oder im Büro verpönt. Kooperation wurde geschützt, weil sie ein Erfolgsmodell war.

Erstaunlicherweise gelang das ausgerechnet dort nicht, wo es um die Grundlagen ging, die alle brauchen und von denen alle profitieren. Immer wieder wurden ungestört Kosten auf andere abgewälzt und Menschen oder Ressourcen ausgebeutet. Was im Verein verpönt gewesen wäre, war manchmal ausgerechnet dort salonfähig, wo die Konsequenzen gigantisch waren.

Selbst als dadurch Lebensgrundlagen und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Gefahr waren, gelang es zuerst nicht, wirksame Regeln durchzusetzen. Viel Zeit, Geld und Energie flossen ungestraft in Macht- und Verteilungskämpfe. Am Ende blieb, wie Wissenschaft und Kinderbücher gleichermassen vorausgesagt hatten, weniger für alle.

Gegen diese Spirale lehnten sich aber schon damals ganz viele Menschen auf. Sie benannten Unrecht überall, verteilten Ressourcen gescheiter, befreiten sich von ungesunden Abhängigkeiten und einigten sich auch mit vermeintlichen Gegnern auf eine gemeinsame Basis. Unterstützt wurden sie von vielfältigen Erkenntnissen aus Forschung und Gesellschaft. Es fehlte gar nicht mehr so viel, um zum einen kooperativen System zurückzufinden.

Fallen euch dazu Ideen, Geschichten, Forschung, Kritik ein?