Wandelfähigkeit
Alles Leben ist im Fluss.
Die Welt und alles Leben in ihr verändern sich ständig. Kein Tag ist genau wie der vorherige. Manche Veränderungen sind voraussehbar und stetig, andere überraschend und gewaltig. Manche können wir beeinflussen, manche nicht. Wer mit Veränderung leben kann, überlebt.
Menschen gehören zu den anpassungsfähigsten Lebewesen überhaupt. Wir sind nicht die grössten, stärksten, schnellsten oder klügsten. Aber zusammen können wir ausprobieren, vorsorgen, reagieren und loslassen. Für eine tragfähige Gesellschaft ist der nächste Umschwung ein neues Kapitel und nicht das Ende der Geschichte.
Wie werden wir wohl einmal auf unsere heutige Welt zurückblicken?
Noch nie zuvor hatten Menschen so viel Wissen über die Welt und ihre Zukunft. Die Wissenschaft beschrieb die Kipppunkte, die Ökosysteme und Gesellschaft grundlegend verändern würden. Das Internet machte Wissen in Sekunden zugänglich. Neue Technologien entstanden in rasantem Tempo. Begriffe wie Innovationsfähigkeit, lebenslanges Lernen oder agile Organisationen waren Verkaufsschlager. Eigentlich standen die Voraussetzungen so gut wie nie zuvor, vorzusorgen und grosse Veränderungen mitzugestalten.
Erstaunlicherweise tat sich die Gesellschaft ausgerechnet dort mit Wandel schwer, wo es am meisten drauf ankam. Am Schräubchen drehen wurde belohnt, aber wer grundlegende Veränderungen anstrebte, fand viele Steine im Weg. So handelten die Menschen meist erst, wenn die Probleme bereits eingetreten waren. Die Reparatur war weitaus teurer, als es die Vorsorge gewesen wäre. Aber in den Rechnungen der Gegenwart hatten die Kosten der Zukunft meist kaum Gewicht.
Aber je mehr die einen am Alten festhielten, desto mehr engagierten sich andere für ein zukunftsfähiges System. Sie fanden Lösungen jenseits der Landkarte, eigneten sich die nötigen Fähigkeiten an, lernten, wo sie konnten. Es fehlte damals nur noch wenig, bis sich die Menschen ihrer Stärke wieder bewusst wurden.
