Verankerung

Wir leben alle in der gleichen Wirklichkeit.

Die Welt funktioniert nach ihren eigenen Gesetzen. Unser Planet hat 510072000 Quadratkilometer Oberfläche. Aus einer Eichel wächst eine Eiche und kein Walnussbaum. Brennt ein Wald, hat es nachher mehr Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre. Ohne Schlaf leidet das Immunsystem. Diese Wirklichkeit stellt sich allen Lebewesen.

Menschen haben die Fähigkeit, die Welt nicht nur intuitiv oder instinktiv zu verstehen, sondern sie zu erkunden, erforschen und beschreiben zu können. So können wir nicht nur aus dem Moment handeln, sondern Gesetzmässigkeiten erkennen, Voraussagen treffen und für Situationen planen, die noch nicht eingetroffen sind. Aus gemeinsamer Wirklichkeit kann gemeinsame Sprache, Kultur und Sinn entstehen. Verankert eine Gesellschaft ihre grossen Träume in der realen Welt, wird sie auch wirklich tragfähig.


Wie werden die Menschen wohl einmal auf heute zurückschauen?

Die Wissenschaft entwickelte immer bessere Methoden, um die Welt zu verstehen. Die Menschen wussten so immer genauer, welche Auswirkungen ihr Handeln hatte. Moderne Forschung, indigenes Wissen und spirituelle Traditionen fanden erstaunlich viele Gemeinsamkeiten. Eigentlich standen die Voraussetzungen so gut wie nie zuvor, einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Trotzdem schien die Gesellschaft an entscheidenden Stellen erstaunlich entwurzelt von der Wirklichkeit. Manchmal schien es gar, als ob die Menschen glaubten, dass sie über der Wirklichkeit stehen. Entscheidungen mit nachweislich schädlichen Folgen waren oft legal und sogar salonfähig. Meinungen wurden als Fakten verkauft, Fakten als blosse Meinungen behandelt. Politische und wirtschaftliche Erzählungen versprachen eine Welt, die wenig mit der Realität zu tun hatte. Je weiter sich Geschichten und Wirklichkeit voneinander entfernten, desto schwieriger wurde eine gemeinsame Orientierung.

Wer aber genau hinschaute, fand schon damals viele Anzeichen des Wandels. Menschen, die ihre Aufmerksamkeit auf die Wirklichkeit richteten, die sich als Teil eines grossen Netzwerks verstanden, als Akteur*innen in einer langen Geschichte. Was fehlte denn noch?

Fallen euch dazu Ideen, Geschichten, Forschung, Kritik ein?