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Mensch leg die Krone ab

Erkennen wir die Welt als umfassendes Netzwerk und uns Menschen als einen Teil davon, finden wir eine andere Art zu leben – in Verbindung mit anderen Lebensformen und dem Land statt in Konkurrenz.

Was ist die Ausgangslage?

Wir verhalten uns, als ob uns die Welt gehöre, als ob wir alles kontrollieren und nach Belieben formen könnten. In unseren alltäglichen wie politischen Entscheiden wird nur die menschliche Perspektive berücksichtigt. Dies zeigt sich in unseren Gewohnheiten, unseren Gesetzen und unserer Infrastruktur. Diese Überheblichkeit gründet in der Trennung von Mensch und Natur. Doch diese ist eine Illusion. Wir sind Teil dieses wunderbar komplexen Netzwerkes - ob wir es anerkennen oder nicht. Die eigene Lebensgrundlage lässt sich auf lange Sicht nicht ausbeuten. Wie grundsätzlich anders würden wir unsere Welt gestalten, wenn der Respekt vor allem Leben zentraler Bestandteil unseres Weltbildes wäre? Wenn wir uns als Teil des grossen Ganzen erleben würden?

Wird der Mensch nicht über andere Tiere gestellt, dürfen die Pferde auf der Farm kommen und gehen, wie es ihnen passt (#111). Auf dem Permakultur-Hof arbeiten Tiere, Pflanzen und Menschen wie selbstverständlich miteinander (#96). Wenn Wetter und Jahreszeiten die Produktion bestimmen, entsteht in der Solidarischen Landwirtschaft eine Gemeinschaft die über reine Lebensmittelproduktion hinausgeht (#189). Dieser Perspektivenwechsel ist auch in anderen Berufsfeldern möglich: Wenn die Psychologin den Menschen nicht von seiner Mitwelt trennt, werden Klima- und andere gesellschaftliche Themen zu einem selbstverständlichen Teil der Arbeit (#181). Den Anfang können wir auf einem Spaziergang machen, indem wir eintauchen und beobachten ohne die Frage nach dem Nutzen (#100).

Was hilft für diesen Perspektiven-Wechsel? Langsame Orte (Lebensräume) lassen uns beobachten und merken, dass wir Teil von etwas Grösserem sind. Um nicht-menschliche Bedürfnisse zu berücksichtigen, müssen wir lernen, gewisse Dinge konsequent abzulehnen (Entwicklung). Sehen wir uns als Teil eines Netzwerkes, entsteht eine gelebte Vielfalt (Kooperation) - nicht nur zwischen Menschen, sondern auch mit anderen Lebewesen. Auch müssen wir lernen, die zyklische Natur vieler Prozesse (Kreisläufe) in und um uns zu erkennen und zu akzeptieren.; x